Ebbe und Flut

Niedrigwasser (Ebbe) an der Nordsee

Das seltsame "Atmen" des Meeres (Ebbe und Flut) veranlasste die Menschen schon in grauer Vorzeit dazu, nach einer Erklärung für das Phänomen Ebbe und Flut zu suchen. Die alten Griechen machten sich auf ihren Reisen als erste Europäer Gedanken über die Naturerscheinung Ebbe und Flut. Der Seefahrer Pytheas ahnte es bereits: Der Mond hat etwas mit Ebbe und Flut zu tun.

Die Küstenbewohner der Nordsee selbst waren da etwas konservativer. Lange hielt sich der Glaube, dass die Götter hinter Ebbe und Flut steckten, und bis weit in die Neuzeit hinein wurden Ebbe und Flut mit allerlei Hokuspokus in Verbindung gebracht.
An manchen Ecken der Nordsee macht man die Flut für männliche Geburten und die Ebbe für weibliche verantwortlich. Und wehe denen, die bei Stauwasser zwischen Ebbe und Flut das Licht der Welt erblicken!
Und bei Ebbe um Himmels Willen kein Bad in der Nordsee nehmen. Was aber wohl mehr damit zusammenhängt, dass man einst jede Ausrede vorzuschieben wusste, um nicht in die Wanne steigen zu müssen....

Die Entstehung der Gezeiten

Die Anziehungskraft von Mond und Erde sowie die Fliehkraft der Erde bewegen das Meerwasser. In einem Karussell wird die Fliehkraft deutlich, indem die Fahrgäste durch die Drehung nach außen gedrückt werden. Auf der mondnahen Seite der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes stärker als die Fliehkraft der Erde.

Dadurch wird hier das Meerwasser zum Mond hingezogen, es entsteht Flut. Auf der vom Mond abgekehrten Seite der Erde ist aber die Fliehkraft der Erde größer als die Anziehungskraft des Mondes. Deshalb entsteht auch hier ein zweiter Wasserberg - die Flut. Aus den dazwischen liegenden Gebieten fließt das Wasser fort. Dort herrscht Ebbe. Die Anziehungskräfte addieren sich, wenn Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen. Wenn dies geschieht, kommt es zu besonders hohen Fluten, den sogenannten Springfluten (Springtide).


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